Winter in Maine – Rezension

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Ich habe vor kurzem für die Schule ein Buch gelesen, das zwar nicht gerade neu ist, aber trotzdem auf jeden Fall eine Erwähnung verdient. Das Buch ist so schön geschrieben, dass ich eine kleine Rezension geschrieben habe. Im Jahre 2008 gewann es sogar den Preis “Buch des Jahres” der britischen Tageszeitung “The Guardian”. Es handelt sich um den Roman “Winter in Maine” von Gerard Donovan, der erst vor kurzem mit “Ein bitterkalter Nachmittag” einen weiteren Bestseller geschrieben hat.

Der Roman handelt von der Geschichte eines einsamen Mannes, der in einem Wald in Kanada lebt. Als der Hund des Protagonisten erschossen wird und er damit seinen einzigen Freund verliert, macht er sich kurzerhand auf die Suche nach dem Mörder. In der Ich-Perspektive erzählt der Protagonist, der mehrere tausend Bücher besitzt, wobei es ihm vor allem die Shakespeare-Schriften antun, von der Suche nach dem Mörder und von seiner Vergangenheit. Mit immer wieder neu erlernten Shakespeare-Wörtern versucht er sich auszudrücken.
Sehr geschickt schafft es der Autor, historische Ereignisse wie den zweiten Weltkrieg sowie auch Literaturklassik in die Handlung mit einzuweben.
Man beginnt sehr bald eine Sympathie für den Protagonisten zu entwickeln und mit diesem zu fühlen, will ihn an manchen Stellen gar warnen. Donovan hat es geschafft, sehr gut Gefühle und wünsche auszudrücken, vor allem auch durch die Jahrhunderte alten Shakespeare-Wörter. Auch die sehr einfache und doch fesselnde Sprache macht es einem einfach, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Die Geschichte kommt so glaubhaft daher, dass es Stellen gibt, an denen man denkt, man lese das Buch gerade wirklich auf dem Stuhl des Protagonisten in seinem Haus in Kanada. Im Laufe der Geschichte tun sich aber auch komplexe Fragen auf, so etwa die Frage, ob ein Hundeleben gleichwertig eines Menschenlebens ist. Außerdem macht Gerard Donovan mit “Winter in Maine” auch auf Shakespeare aufmerksam und er hinterfragt die Selbstjustiz. Die schlichte Sprache verbunden mit detailreichen Beschreibungen macht den Roman sehr lebendig. Es gibt auch Stellen mit teils sehr eigenwilligem Humor des Protagonisten, der aber stets perfekt in die Handlung passt.
Was “Winter in Maine” so eigen macht, ist die Tatsache, dass hier kein Mensch, sondern ein Hund ermordet wird, und dass hier nicht etwa ein professioneller Kriminalkommissar ermittelt, sondern ein normaler, einsamer Mann, der seinen Hund und damit seinen besten Freund verloren hat.
Dies ist es, was es bei dem Roman so einfach macht, Parallelen im eigenen Leben zu finden, verbunden mit der sehr sympathisch wirkenden Schreibweise Donovans.
Der Roman ist sehr gut geeignet für einsame Tage nicht nur im Winter, wobei doch der Winter die perfekte Jahreszeit dafür ist, aber auch sonst für Fans von Shakespeare oder Kanada. Auch Roman-, vor allem Kriminalromanliebhaber werden auf ihre Gunsten kommen, vor allem solche, die Romane mögen, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen.
Da das Buch mit 200 Seiten relativ kurz und an sich sehr leicht zu lesen ist, möchte ich auch eine Empfehlung aussprechen für diejenigen, die nicht so gerne lesen. Man sollte allerdings nicht allzu viel Action erwarten, dann gibt es an “Winter in Maine” nichts zu bemängeln. Der Roman ist individuell und auf sehr interessante Weise geschrieben.

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