Wie mein Fahrrad (fast) gestohlen wurde und wie du es verhindern kannst

Es war ein kleiner Schock für mich, als ich am Mittwoch dieser Woche aus der Straßenbahn ausstieg und wie immer zu den überdachten Fahrrad-Ständern auf der gegenüberliegenden Straßenseite ging. Die Haltestelle ist stark frequentiert und dementsprechend stehen dort auch immer viele Fahrräder. Meistens sind nur noch wenige Plätze frei und so präge ich mir immer die Stelle ein, an der ich mein Fahrrad morgens geparkt habe, um es dann mittags nicht suchen zu müssen.
Ich ging also an gesagte eingeprägte Stelle und war direkt etwas verblüfft, wieso mein Fahrrad so weit abseits von dem Fahrradständer stand. Ein paar Schritte weiter offenbarte sich mir die Erklärung hierfür: Jemand hatte das Kabelschloss, mit dem ich mein Fahrrad angekettet hatte, aufgeschnitten.

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Ich fahre jetzt seit gut einem Jahr mit meinem Fahrrad an die Haltestelle, da ich so gegenüber dem Fußweg ein paar Minuten einspare. Schon öfter hatte ich von Leuten gehört, denen an dieser Haltestelle Fahrräder gestohlen wurden, hatte dies aber immer als harmlos abgetan und mir eingebildet, dass mir so etwas nicht passieren würde. Gründe dafür waren unter anderem, dass ich mein Fahrrad immer in ziemlicher Nähe zum Fahrstellenhäuschen abstellte, an dem eigentlich immer ein paar Menschen stehen, die einen Fahrraddiebstahl beobachten würden. Doch der Hauptgrund war, dass ich an meinem Fahrrad mehr als nur ein Kabelschloss hatte: Zusätzlich zu diesem hatte mein Vater nämlich schon vor einiger Zeit ein kleines Vorschiebeschloss aus Stahl angeschraubt. Dieses schiebt man zwischen die Speichen und es ist fast unmöglich, dieses in aller Kürze zu kappen. Genau deswegen hatte ich mich auch in Sicherheit gewiegt, jedoch gab es ein kleines Problem an der Sache: Dieses zweite Schloss ist gut verborgen und so hat es der Fahrraddieb vor dem Aufschneiden des Kabelschlosses wahrscheinlich gar nicht gesehen. Jedenfalls erklärt dieses zweite Schloss, warum mein Fahrrad letztendlich nicht gestohlen wurde. Denn es weg zu tragen hätte dann wohl doch zu viel Aufmerksamkeit erregt.

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Dreist finde ich es jedoch trotzdem, dass jemand am helligsten Tage an einer stark frequentierten Haltestelle immer und immer wieder Fahrradschlösser aufschneidet und die Fahrräder entwendet. Ich kenne eine Familie, der an dieser Haltestelle schon 7 Fahrräder in den letzten 3 Jahren entwendet wurden. Natürlich ging ich sofort zur Polizei (glücklicherweise konnte ich ja noch mein Fahrrad benutzen) und erstattete Anzeige. Schließlich handelt es sich hier immer noch um Sachbeschädigung. Für die Polizei ist das allerdings schon Routine und so wurde die Anzeige zwar höflich aufgenommen, mehr passieren wird jedoch nicht. Dementsprechend ist hier in Mannheim die Aufklärungsrate bei Fahrraddiebstählen: Sie liegt nur bei etwa 4 Prozent.

Doch wie ich im Titel schrieb, möchte ich dir einen kleinen Tipp geben, wie du auch verhindern kannst, dass dein Fahrrad gestohlen wird. Und eigentlich habe ich ihn ja auch schon genannt: Besorge dir ebenfalls ein solches Schloss (M-Wave Rahmenschloss Ring, schwarzHier der Link zu einem für unter 10 Euro). Solange du dein Fahrrad nicht an dunklen, unbewachten Gassen abstellst, wird so immer hin nur dein Schloss zerstört, dass wenigstens viel weniger kostet als ein ganzes Fahrrad. Für mich ist dieses “doppelte Schloss” schon lange selbstverständlich, doch ich kenne zu viele Leute, die nur ein Schloss verwenden, und meistens auch noch ein sehr leicht zu knackendes. Denn eins habe ich gelernt: Scheu haben Fahrraddiebe jedenfalls keine. Und die 3 Minuten, die ich zu Fuß länger zur Haltestelle brauche, werde ich jetzt eben einplanen.

Studenten aus den USA arbeiten übrigens außerdem gerade an einem Fahrrad, das selbst als Schloss fungiert und dementsprechend bei einem Diebstahl zertört würde. Ich wundere mich, dass es so lange brauchte, bis jemand auf eine so einfache und zugleich geniale Idee kam. Bis dieses Fahrrad verfügbar ist, müssen wir uns jedoch noch auf die altmodischen Methoden verlassen.

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