Meine Liebeserklärung an The Witcher 3 [Test]

Hätte man mich noch vor 2 Monaten gefragt, wie ich zu Rollenspielen stehe, wäre meine Antwort gewesen: “Rollenspiele sind nicht so mein Ding.” Begründet hätte ich das vor allem mit den Monstern und Fabelwesen, die man in den meisten Rollenspielen bekämpfen muss. Genauso wie ich nicht gerne Fantasy-Bücher lese oder -Filme schaue, kämpfe ich normalerweise auch nicht gerne in Videospielen gegen unrealistische Gegner. Viel lieber spiele ich da Spiele wie GTA oder Far Cry, in denen man ebenfalls offene Welten erkunden kann, es aber lediglich mit Menschen oder dem ein oder anderen Tier zu tun hat, nicht aber mit Drachen und Trollen. Selbstverständlich kann man Far Cry in gewisser Weise auch als Rollenspiel zählen, doch an die Rollenspiele Elemente des “Looten und Leveln” von Spielen wie eben The Witcher, Diablo oder The Elder Scrolls kommt es aber nicht heran.

Dieses Bild, das ich von Rollenspielen hatte, änderte sich dann auf einen Schlag vor etwas mehr als einem Monat, als die Computer Bild einen ersten Test veröffentlichte. Ich las den Text von einer riesigen Welt mit schier unbegrenzten Möglichkeiten, großen Städten wie abgelegenen Sümpfen und bekam sofort Lust, dieses Spiel auszuprobieren. Wie gesagt, das hätte ich selbst noch eine Woche vorher nicht für möglich gehalten, doch dieses Spiel löste etwas in mir aus.

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Keine 3 Tage später fing ich also an, mit Geralt (dem Protagonist der The Witcher-Serie) durch White Orchard zu reiten und das erste Gebiet zu erkunden (Das Spiel war von vornherein auf Englisch gestellt, und da mir die englischen Sprachversionen um einiges besser gefallen als die deutschen, ließ ich es auch hierbei). Sofort war ich begeistert von all den Sachen die man entdecken konnte: Überall lauerten auf der Karte Monsternester, Banditencamps oder bewachte Schätze. Im Gespräch mit einigen Bewohnern erhält man neue Aufträge (sogenannte Nebenquests) und durch das Lesen von Anzeigen an Tafeln, die in der ganzen Welt zu finden sind erweitert sich die Liste dieser verfügbaren Aufträge. Insgesamt gibt es mehrere hundert Haupt- und Nebenquests, die einen weit über 100 Stunden fesseln können. Ich spiele mittlerweile seit gut über 30 Stunden und habe noch lange nicht alles entdeckt.

Da es bereits genug Tests zu The Witcher 3 gibt. möchte ich mich vor allem mit dem beschäftigen, was mich selbst an dem Spiel erfreut hat. Hierzu gehören neben den hunderten Dingen, die man entdecken kann, vor allem auch Überraschungen, die das Spiel bereit hält. Es ist nicht nur so, dass jeder kleine Nebenquest, jede Höhle anders gestaltet ist. Man stolpert in der Welt auch hin und wieder über Dinge, die einem nicht einmal auf der Karte angezeigt werden. So lief ich letztens durch die Stadt Oxenfurt, als Geralt einen verwunderten Laut von sich gab. Da ich wusste, dass er das normalerweise nicht tut, schaltete ich meine Hexersinne ein (die einem farbig Dinge markieren, mit denen interagiert werden kann) und entdeckte in einer Mauer eine Notiz eines Spions. Diese entfachte einen kleinen Nebenquest, in dem ich eine Truhe mit wertvollen Inhalten finden konnte.

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Auch sonst ist das Spiel sehr lebendig und erinnert, trotz Monstern und Drachen, in vielerlei Hinsicht an das echte Leben: So kann man beispielsweise bei vielen Händlern Bücher oder Karten einkaufen. Liest man diese, eröffnen sich einem neue Möglichkeiten. Karten zeigen einem oft den Weg zu wertvollen Gegenständen, etwa wichtigen Rüstungsteilen, und das Lesen von Büchern ermöglicht einem teilweise, neue Kenntnisse über Monster und auch Tiere zu erlangen, die dann im Kampf sehr hilfreich sein können. Beispielsweise offenbart ein Blick in diese Notizen kurz vor einem Kampf, welche seiner vier Kräfte Geralt einsetzen soll, um seine Gegner besser nieder zu strecken.

Das Tüpfelchen auf dem i stellt für mich jedoch ein kleines Spiel im Spiel dar, das wirklich so gut ausgearbeitet ist, dass man es gar nicht mehr als Minispiel bezeichnen kann: Es handelt sich um das Kartenspiel Gwent. Anfangs hatte ich noch Probleme mit den Regeln, doch nachdem ich diese erlernt hatte, gab es für mich nichts spannenderes, als Händler, Schmiede, Gastwirte und sogar den Baron in diesem genialen Spiel herauszufordern. Das Spiel macht mir momentan fast mehr Spaß, als die riesige Welt zu erkunden. Und wenn das ein Spiel schafft, zeigt das doch nur, wie viel Herzblut der Entwickler hier reingesteckt hat.

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Mein Lobeslied auf das Spiel singe ich ab sofort mit einer Serie “Let’s Play Gwent” auf dem phimema Let’s Play-YouTube-Kanal, deren erste Folge ab sofort auf YouTube verfügbar ist:

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