Eine traurige Geschichte – DrawQuest

Als ich gerade auf einer meiner mobilen Quellen zum Löschen meines Wissensdurstes einen Blogbeitrag las, war ich fast schon ein wenig gerührt. Christopher Poole schrieb hier von seinem Startup, welches er nun als “gefailt” ansieht. Leider habe ich den Artikel auf meinem iPhone gelesen und finde ihn gerade nicht mehr, auf Google finde ich nur Nachrichten zum Ende seines Startups. War anscheinend nur eine kleine Seite, über die ich da gestolpert bin.

Jedenfalls machte mich dieser Beitrag neugierig, vor allem auch weil ich mich selbst gerne mit Startups beschäftige. Die App von Herr Poole – der, wie ich gerade gelesen habe, auch 4chan.org gegründet hat - heißt DrawQuest und die Idee dahinter ist eigentlich richtig interessant. Da ich vorher noch nie von DrawQuest gehört habe, wechselte ich direkt in den App Store und lud mir die App einfach einmal herunter. Man bekommt als Nutzer ein kleines Bild vorgegeben (zum Einstieg ist das ein ganz einfacher Smiley ohne Mund) und soll dieses zu Ende malen. Hier folgt auch schon ein kleiner Haken für Nutzer wie mich: Außer dem Smiley, dem ich einen schönen Mund ins Gesicht zauberte, gibt es für meine Zeichenkünste eher wenige entsprechende Motive. Aber wie Poole verlauten ließ, hat die App weltweit 400.000 Nutzer und es sind auch echt tolle Bilder dabei. Schließlich gibt es glücklicherweise genug Leute, die besser zeichnen können als ich. Die Schließung der App und Entfernung aus den App Stores in absehbarer Zeit ist übrigens anscheinend nicht der Nutzermenge zu schulden, sondern dem fehlenden Geschäftsmodell, glaubt man den Aussagen Pooles.

Foto 2

Jetzt kommt das Tragische, was mich dazu bewogen hat, diesen Artikel zu schreiben: Es gibt einfach richtig tolle Bilder und auch Nutzer, für die die App eine Art Instagram-Alternative ist. Sie malen hier zum Teil täglich irgendwelche Motive zu Ende und vielleicht auch ihren Frust von der Seele (so sehen manche Bilder aus). Auf jeden Fall gibt es wirklich hinreißende Bilder, die so manches Bild in Museen übertreffen. Und diese Nutzer, die natürlich auch schon von der Auflösung der App erfahren haben, haben nun zum Teil herzzerreißende Bilder gepostet. Ein Bild, das mich besonders ansprach, zeigt einen Kinderwagen voll weinender Babys, die diesen zum Untergehen bringen. Auf dem Kinderwagen und im Tränenmeer stehen zudem die Worte “What a bad news” und “I’d pay, plz don’t go”. Für mich vor allem deshalb faszinierend , weil ich beim Versuch, etwas in den anfangs kargen, leeren Kinderwagen hineinzuzeichnen, klaglos gescheitert bin. Beweisfotos gefällig?

Foto 1

 

Ich bin gewiss niemand, der diese App zum Zeichnen genutzt hätte. Dafür bin ich einfach zu untalentiert. Aber hätte ich schon früher von DrawQuest erfahren, hätte ich bestimmt ab und zu einmal reingeschaut. Denn hier gibt es wirklich tolle Bilder, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Geändert hätte das wahrscheinlich nichts am Ende der App, aber ich finde es trotzdem an sich eine tolle Idee. Schade bloß, dass die App bei dieser doch schon nicht kleinen Masse letztendlich am Bezahlmodell scheitert. Man konnte wie damals bei “Malen mit Freunden” Farben käuflich erwerben, was allerdings nur wenige taten. Verständlich, denn wer außer den High-End-Malern und DaVincis unter uns braucht denn das “Baby Shower Color Pack”? Allerdings: Was ist denn mit Instagram? Die hatten ja überhaupt keine Einkünfte und wurden für eine Milliarde von Facebook gekauft. Und ich bin mir sicher, dass es bei DrawQuest ebenso grandiose Zeichner gibt, wie es bei Instagram Fotografen gibt. Es lohnt sich auf jeden Fall, solange es DrawQuest noch gibt, sich diese App einmal herunter zu laden. Und vielleicht findet sich ja doch noch jemand, der hier ein Potential sieht(Das heißt, jemand, der auch genug Geld besitzt, sonst hätte ich Christopher Poole schon ein Angebot gemacht).

Also, Apple, Google und Facebook: Überlegt es euch doch mal!

Foto 3

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