Die deutsche WIRED – Eine phimemAnalyse

Schon seit gut einem Jahr lese ich nun die britische Ausgabe der WIRED, ein Magazin, in dem es vor allem um “Business, Design, Ideas, Technology”, wie es der Titel sagt, geht. Oder in der deutschen Version “Ideen, Technologie, Kultur und Wirtschaft”.
In den USA gibt es die WIRED schon seit 1993, vor 4 Jahren kamen dann auch eine britische und eine japanische Ausgabe dazu, von ersterer habe ich wie gesagt seit letzten Jahres ein Abonnement. Die deutsche Version liegt mittlerweile in Ausgabe 4 vor, wird allerdings noch nicht regelmäßig veröffentlicht. In der letzten Ausgabe ist sogar ein Leserkommentar von mir zu finden (Ich war Anfang des Jahres sehr überrascht, als ich eine Mail des Chefredakteurs erhielt, ob ich mein Kommentar denn nicht veröffentlichen lassen will):

Bezüglich der aktuellen deutschen Ausgabe möchte ich nun also eine kleine “phimemAnalyse” machen und herausarbeiten, was mir an der deutschen Version gefällt, was noch verbesserungswürdig ist und was meiner Meinung nach auf jeden Fall geändert werden muss.
Ganz in WIRED-Tradition benutze ich hierbei die sehr inspirierenden und vielsagenden Wörter “wired”, “tired” und “expired”. In dieser Analyse werde ich vergleichend die britische Ausgabe hinzuziehen.

Das ist WIRED:
Beginnen wir also mit dem, was mit mittlerweile an der deutschen Ausgabe sehr gut gefällt, und das ist mittlerweile schon sehr viel.

Erst einmal fällt das edle Design auf: Silber wirkt sehr hochwertig und passt super zu den Themen der vor allem auf technologiches basierten WIRED. Was mich ein wenig überrascht ist der Superheld auf dem Cover, bei genauerem Betrachten passt auch dieser jedoch super, da er den Browser Firefox darstellt, der nun auch Smartphones erobern will.
Die wichtigsten Artikel sind sehr gut bereits auf dem Cover dargestellt, somit spricht die WIRED perfekt ihre Zielgruppe – jüngere technologie- und wirtschaftsinteressierte Männer – an.
Sehr schön werden die Themen auf einer Doppelseite dargestellt, dann ein Wort des Chefredakteurs; genau wie in der britischen WIRED. Das stört jedoch nicht, schließlich gehören die beiden Magazine ja auch zusammen und als Leser der britischen WIRED fühlt man sich sofort zu Hause.
Auch sonst sind Struktur und Design an die britische WIRED gebunden und damit wird das Magazin seinem weltweit bekannten Namen gerecht.
Was mir ebenfalls sehr gefällt ist die deutsche Lokalisierung. So wie sich die britische WIRED zum Teil mit britischen Personen und Start Ups beschäftigt, liest man in der deutschen WIRED Artikel über deutsche Unternehmen und Personen.
Auch wenn das Design von der britischen WIRED übernommen ist, sind Artikel und auch Rubriken wie “View” und “Fetisch” von den deutschen Redakteuren größtenteils selbst recherchiert.
Wie in der britischen WIRED sind Bilder toll in Szene gesetzt. Auch die Zeichnungen sehen sehr professionell aus und machen Lust auf mehr.

Das ist TIRED:
Dann komme ich zum zweiten, zum Glück wesentlich kürzeren Teil.
In der In der vierten Ausgabe ist die deutsche WIRED bereits sehr weit gereift und es gibt nicht mehr viel zu bemängeln.
Liest man aber auch die britische Ausgabe, so fallen ein paar Artikel auf, die man so auch aus der britischen WIRED kennt.
Neben den aus der britischen Ausgabe übernommenen Rubriken gibt es leider auch Artikel, die vollständig übernommen sind und mehr oder weniger einfach übersetzt wurden.
Was ich außerdem nicht so gerne sehe, ist die viele Werbung, die ich aber schon aus der britischen WIRED gewohnt bin. Ein wenig Werbung ist ja auch völlig in Ordnung und in der WIRED wird sie für gewöhnlich auch sehr gut dargestellt. In der vierten Ausgabe bestehen aber schon die ersten 20 Seiten zu mehr als 50 Prozent aus Werbung.
Das wäre dann aber auch schon alles, was an der aktuellen Ausgabe tired ist.

Das ist EXPIRED:
WIRED hat diese 3 Worte in ihrer Kombination bekannt gemacht, WIRED, TIRED und EXPIRED, und so will ich nun auch darauf eingehen, was an der WIRED EXPIRED, also quasi abgelaufen ist. Und das ist definitiv die Tatsache, dass mir das Magazin nicht genug interaktiv ist.
So fehlen mir etwa die “WIRED TWEETS” aus der britischen Ausgabe, ein kleiner Abschnitt am Anfang des Magazins, in dem die besten Tweets zu der jeweils letzten Ausgabe gezeigt werden.
Auch sonst wären etwa QR-Codes zu den Artikeln oder wenigstens weiterführende Links nicht schlecht, schließlich ist die WIRED nicht einfach nur ein Magazin des 21. Jahrhunderts, sondern sogar ein Magazin, das sich mit Technologie beschäftigt und immer die aktuellsten Trends darstellt.

Mein Fazit ist damit:
WIRED Deutschland ist definitiv auf dem richtigen Weg! Weiter so, ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe. Und die kommt hoffentlich demnächst dann monatlich, so wie auch die amerikanische, britische, italienische und japanische Ausgabe. Ich wäre jedenfalls einer der ersten Abonennten.

Damit vielen Dank für den Besuch auf phimema.de und bis dann!

Unser karllie hat übrigens auch ein Video zu dieser Analyse gedreht,vielleicht wollt ihr es euch ja einmal anschauen:

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