Aufrunden, bitte!

Immer häufiger bemerke ich bei spontanen Einkäufen diese neuen Aufkleber an den Kassen, vor allem in Drogeriemärkten. Unter dem Motto „Aufrunden bitte“ werden Käufer geboten, die ohnehin nervigen Centbeträge der zweiten Stelle nach dem Komma doch lieber an karitative Projekte zu spenden. Kauft man also eine Packung Kaugummis für 79 Cent, bezahlt man 80 Cent und 1 Cent geht dann etwa an hilfsbedürftige Menschen. Eigentlich hört sich diese Idee doch prima an: Wie oft hat man sich nicht schon aufgeregt über die ganzen kleinen roten Münzen, die einem in der Tasche herumklimpern und anstatt dass man sie ausgibt, vermehren sie sich auch noch. Wäre es nicht prima, wenn die ältere Frau an der Supermarktkasse statt den paar Cent, die ihr fehlen, um den Einkauf zu bezahlen, einfach einen winzigen Betrag an arme Menschen spendet, um nicht minutenlang in ihrem übergroßen Portemonnaie herumzukramen und dabei die halbe Schlange hinter sich zu verärgern? Wären die paar roten Münzen, die man bei fast jedem Einkauf raus bekommt und die dann am Boden von Handtaschen, neben Gullideckeln oder in tiefen Hosentaschen vor sich hin rosten, nicht besser bei einer gemeinnützigen Hilfsorganisation aufgehoben?

Es fragt sich bloß, ob genug Menschen bereit sind, bei dieser Aktion mitzumachen, geschweige denn, ob sie denn in ihrer Hektik überhaupt auf diese aufmerksam werden.

Ein Kompromiss wäre meiner Meinung nach, in dieser Hinsicht einmal in andere Länder zu schauen, etwa Finnland. Hier sind Beträge unter 5 Cent bereits seit längerer Zeit weitgehend abgeschafft. Wenn man ein ähnliches Konzept, verbunden mit der „Bitte Aufrunden“-Aktion, an deutschen Kassen einführt, könnte somit vielen Hilfsbedürftigen geholfen werden. Und den einzelnen Verbraucher würde dies nur mit einigen Euro mehr pro Jahr belasten.

Noch eine Idee wäre aber beispielsweise, dieses Geld nicht nur an einige hilfsbedürftige Menschen, sondern direkt an ein ganzes hilfsbedürftiges Land zu geben. Und damit meine ich jetzt nicht etwa den Jemen oder Somalia, sondern ein Land, welches in letzter Zeit stark in den Medien vertreten ist und gar nicht soweit entfernt von Deutschland: Griechenland. Seit einiger Zeit zahlt Deutschland nun schon mehrere Milliarden an Griechenland und es wird immer mehr gefordert. Da wäre es doch keine schlechte Idee, die „Bitte Aufrunden“-Aktion in unser Grundgesetz aufzunehmen und mit den somit jährlich zusammenkommenden Milliardenbeträgen etwas für unsere Mitmenschen zu tun. Egal, ob an Griechenland oder an AIDS-Kranke in Afrika.

Aufrunden-Bitte-Logo

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